Tödi / Piz Russein GL 3614

Gera und ich setzten uns wieder mal ein „Summits of Switzerland“ Ziel. Den höchsten Glarnergipfel. Den Tödi. Am 1. August 2009. Plan: Am Freitagabend noch in die Punteglias und am Samstag auf den auf romanisch lautenden Piz Russein oder eben Tödi. So kam es auch. Allerdings wusste ich vorher nicht mit welchen Strapazen diese Tour zu Ende gehen würde.

Durch Vergesslichkeit und Gschnorr, Falschinterpretationen und „nur noch das Ziel vor Augen habend“ verfuhren wir uns 3 mal. Vielleicht ist vorweg zu dieser Tour zu sagen, dass es etliche male runter und rauf geht. Von Anfang an. Von der Alp da Schlans gehts hinunter. Flasche verloren. Zurück und nochmals starten. Toller Anfang. Wir marschierten also ziemlich verspätet ins Val Russein runter und standen dann vor dem ersten mentalen Energie-Notstand. Vom untersten Punkt nun auf 1631m sieht man die Puntegliashütte auf 2311m über einer grossen Stufe im Tal thronen. 2h waren angeschrieben. Diese brauchten wir auch. Die Puntegliashütte war gut gebucht und weil wir wahrscheinlich so hungrig dreinschauten bekamen wir um 21 Uhr noch Speck und Rösti. 1 Bier , 1 Foto von draussen und ab ins Bett.

3.15 Uhr Tagwach. 3.45 Uhr Abmarsch. Vor uns 2 Gruppen mit Bergführer. Die haben uns einigernassen den Weg Richtung Fuorcla di Punteglias auf 2814 mit ihren Stirnlampen gepfunzelt. Schnauf. Finster. Runter auf den Gliems Gletscher und wieder rauf Richtung Porta da Gliems auf 3205m. Hier war es nun hell und das war besser so. Die Porta da Gliems ist zwar mit guten Ketten gesichert, jedoch steigt man durch die Rinne und man müsste eigentlich einen Helm tragen. Wir hangelten uns also hoch und erblickten schon bald vor uns den Bifertenfirn und den Bifertenstock. Wieder hinunter auf den Gletscher rutschend starteten wir den letzten Aufstieg (ha, ha) bis auf den Tödi. Nach 6h und 15 min standen wir auf dem Gipfel. Wunderbare Verhältnisse im Nordwesten und ein Wolkenmeer Richtung Graubünden. Genau auf der Wettergrenze und nun auch auf dem höchsten Glarner.

Ab und zu fegte eine Wolke durch und es war windig auf dem Gipfel. So stiegen wir bald wieder hinunter auf den Gletscher. Wieder zur Porta da Gliems hoch ging es an die Substanz. An der Kette durch die steile Rinne zurück zum Gegenanstieg auf die Fuorcla da Punteglias und wieder runter zur Hütte. Ein grosses Bier. Es ist vier. Abmarsch um halb fünf von der Punteglias runter zum tiefsten Punkt und wieder rauf zur Alp da Schlans, Schuhe aus,. Füsse in den Bergbach und die letzten 2km barfuss zum Auto. Wellness pur. Pita platt.

Das war eine riesen Tour mit Gipfelerfolg! Danke meinem Bergfreund Gera und Petrus fürs gute Wetter.

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